Umweltkoffer

Den Lebensraum Steinbruch erkunden

  • Abb. 1: Erkundung der vorhandenen Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten (Foto: Sabine Schmidt)
    Abb. 1: Erkundung der vorhandenen Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten (Foto: Sabine Schmidt)
  • Abb. 2: Entdeckungsreise durch den Steinbruch (Foto: Sabine Schmidt)
    Abb. 2: Entdeckungsreise durch den Steinbruch (Foto: Sabine Schmidt)

Umweltbildungsveranstaltungen mit allen Sinnen

Während der Gewinnung von Rohstoffen entstehen unterschiedliche Geländeformen und eine reiche Palette an Naturerlebnisräumen, die einen idealen Ort bieten, um bei Umweltbildungsveranstaltungen mit allen Sinnen der Natur zu begegnen. Nicht nur für Kinder geeignet ist der vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V. (LBV) eigens für die Lebensräume in Steinbrüchen, Sand- und Kiesgruben konzipierte Umweltkoffer, der mit seinen vielfältigen Materialien zur Auseinandersetzung mit den abwechslungsreichen Gewinnungsstätten anregt. Sinnliche Wahrnehmung und ein spielerischer, forschender Zugang bilden hierbei die vorrangigen Mittel, um die Wertigkeit dieser Lebensräume kennenzulernen und Wissen über ihre zum Teil äußerst seltenen und gefährdeten Bewohner zu erlangen.

Abb. 3: Malutensilien und Pappfarbpaletten mit denen, aus im Steinbruch vorkommenden Materialien, Naturfarben erstellt werden können (Foto: BAG)

Zu den im Umweltkoffer enthaltenen Materialien gehören Becherlupen, ein Kescher, ein Insektensauger, vielseitige Bestimmungsliteratur, Pipetten, Pinsel, Zettel und Stifte, die zum Erforschen des Lebensraums Steinbruch dienen. Damit können die Teilnehmer selbst den Artenreichtum an Insekten, Vögeln und Pflanzen in diesem Lebensraum erkunden. Weiterhin befinden sich in dem Umweltkoffer Federn verschiedener für diese Lebensräume typischen Vogelarten. Es sind Federn des Haubentauchers (Podiceps cristatus), des Bussards (Buteo buteo), der Dohle (Corvus monedula), des Flussregenpfeifers (Charadrius dubius), des Turmfalken (Falco tinnunculus), des Wanderfalken (Falco peregrinus), des Braunkehlchens (Saxicola rubetra), des Uhus (Bubo bubo) und der Uferschwalbe (Riparia riparia) vorhanden.

Der Inhalt des Umweltkoffers

  1. Federn: Haubentaucher, Bussard, Dohle, Flussregenpfeiffer, Turmfalke, Wanderfalke, Braunkehlchen, Uhu, Uferschwalbe (hinter dem Faltblatt)
  2. Kescher
  3. Bestimmungsliteratur
  4. Pipetten
  5. Trittspuren: Haubentaucher, Fuchs (je eine Vorder- und Hinterpfote), Stockente
  6. Augenbinden und Malutensilien (nicht sichtbar, siehe Abb. 3)
  7. Gesteinsplatten: Basalt, Muschelkalk, Sandstein, Gips
  8. Insektensauger
  9. Zettel
  10. Becherlupen
  11. Wäscheklammern
  12. Spiegel
  13. Informationskarten und Spiel- und Spaß Karten
  14. Memory „Bunte Blumenpracht“

Der Koffer beinhaltet zudem speziell angefertigte Trittsiegel des Haubentauchers, je die Vorder- und Hinterpfote des Rotfuchses (Vulpes vulpes)  sowie ein Siegel der Stockente (Anas platyrhynchos), mit denen ihre Trittspuren vorgeführt werden können. So können die Teilnehmer nach Tierspuren suchen und lernen, darüber Rückschlüsse über die vorhandenen Tiere zu ziehen.

Abb. 4: Mit den Trittspuren werden Fußabdrücke im Steinbruch markiert, welche mithilfe der Aktionskarten im LBV-Umweltkoffer erraten werden (Foto: akenzo)

Eine Besonderheit sind die speziell für die Lebensräume in Gewinnungsstätten angefertigten Karten, die kindgerechte Informationen zu den Lebensraumtypen, Gesteinsarten, Tier- und Pflanzenarten sowie Aktionskarten enthalten. 

Die Spiel- und Spaßkarten enthalten. Forschungsaktivitäten und Spielanleitungen, über die ein vielseitiger Zugang zu den Lebensräumen möglich wird. Mit den im Koffer enthaltenen Wäscheklammern, Zetteln und Stiften kann man Tiernamen an den Rücken der Teilnehmer heften und beim Ratespiel „Wer bin ich?“ auf die im Gebiet vorkommenden Tierarten eingehen. Mit den im Naturerlebniskoffer enthaltenen Augenbinden kann unter anderem das Jagdverhalten der Fledermaus beim Fangspiel „Fledermaus-Falter“ mit verbundenen Augen nachempfunden werden. Für die Benutzung der Augenbinden gibt es auch zahlreiche weitere Spiele, bei denen die Sinne wie Fühlen, Hören und Riechen eingesetzt werden. Beim Spiel „Kamera-Klick“ beispielsweise können die Teilnehmer sich wie eine Kamera fühlen und beim Absetzen der Augenbinden an besonders schönen oder interessanten Stellen „Erinnerungsfotos“ aufnehmen, die sie in ihrem Gedächtnis abspeichern. 

Mit den enthaltenen Spiegeln werden den Teilnehmern Perspektivenwechsel ermöglicht, sodass sie die Umgebung aus einem anderen Blickwinkel betrachten und zum Beispiel nachempfinden können, wie ein Greifvogel den Boden nach Beute absucht.

Abb. 5: Tier- und Pflanzenbestimmungskarten (Foto: akenzo)
Abb. 6: Die Spiel- und Spaßkarten enthalten Forschungsaktivitäten und Spielanleitungen, über die ein vielseitiger Zugang zu den Lebensräumen möglich wird (Foto: akenzo)

Auch die Förderung der Kreativität der Teilnehmer spielt eine wichtige Rolle: Mit den im Koffer enthaltenen Farbpaletten aus fester Pappe können mit Hilfe der im Steinbruch vorkommenden Naturmaterialien Farben erstellt werden. Dabei wird ihre Aufmerksamkeit auf Details in diesem Lebensraum gelenkt.

Die unterschiedlichen in Steinbrüchen gewonnenen Materialien zeigen die Gesteinskarten und die Steinplatten aus Basalt, Muschelkalk, Sandstein und Gips. Mit den Steinplatten können geologische Zusammenhänge erläutert und die unterschiedlichen Gesteinsarten betrachtet und verglichen werden, wie es in der Natur aufgrund von Verwitterung und Erosion selten möglich ist (zum Beispiel Olivineinschlüsse, Muschelschalen).Den Umweltkoffer des LBV erhalten Gewinnungsbetriebe, die im Rahmen des „Frankenbündnisses“ mit dem LBV als Partner im Naturschutz Hand in Hand für Mensch und Natur zusammenarbeiten. Der Umweltkoffer ist ideal dafür geeignet, im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit die Besucher für den Wert der Lebensräume in Steinbrüchen, Sand- und Kiesgruben zu sensibilisieren.

Abb. 7: Steinplatten aus Gips, Basalt, Muschelkalk und Sandstein (v. l. n. r., Foto: akenzo)

Spiele

„Fledermaus-Falter“

Hierbei handelt es sich um ein Fangspiel mit verbundenen Augen, um das Jagdverhalten der Fledermaus nachzuempfinden.

„Perspektivenwechsel“ 

In der Natur selbstverständliche Dinge werden aus einem anderen Blickwinkel dargestellt, zum Beispiel aus der Sicht eines Greifvogels, der den Boden nach Beute absucht.

„Land-Art“

Hier wird mit den im Steinbruch vorkommenden Materialien, wie zum Beispiel Erde, Kohle, Ton und Steinmehl, in den Pappfarbpaletten Naturfarbe hergestellt, mit der steinzeitähnliche Gemälde erstellt werden können.

„Erleben mit allen Sinnen“

Mit verbundenen Augen werden in der Natur vorkommende Materialien gefühlt, gerochen oder typische Geräusche gehört (z. B. zwei Steine fallen aufeinander, Erde rieselt auf den Boden).

„Kamera-Klick“

Der Teilnehmer wird mit Augenbinde zu einem bestimmten Aussichtspunkt geführt und hält diesen Eindruck nach Abnahme der Augenbinde wie ein Erinnerungsfoto im Gedächtnis fest.

„Auf den Spuren der Tiere im Steinbruch“

Mit den Trittspuren werden Fußabdrücke im Steinbruch markiert, welche mithilfe der Aktionskarten im LBV-Umweltkoffer erraten werden.

„Wer bin ich?“

Mit den Wäscheklammern werden Namensschilder verschiedener im Steinbruch vorkommender Tierarten an den Rücken der Teilnehmer geheftet, die anschließend das Tier durch Fragen erraten.

Förderung der Kreativität der Teilnehmer spielt eine wichtige Rolle: Mit den im Koffer enthaltenen Farbpalettenaus fester Pappe können mit Hilfe der imSteinbruch vorkommenden Naturmaterialien Farbenerstellt werden. Dabei wird ihre Aufmerksamkeit aufDetails in diesem Lebensraum gelenkt. Die unterschiedlichenin Steinbrüchen gewonnenen Materialienzeigen die Gesteinskarten und die Steinplattenaus Basalt, Muschelkalk, Sandstein und Gips.

Mitden Steinplatten können geologische Zusammenhängeerläutert und die unterschiedlichen Gesteinsartenbetrachtet und verglichen werden, wie es inder Natur aufgrund von Verwitterung und Erosionselten möglich ist (zum Beispiel Olivineinschlüsse,Muschelschalen).Den Umweltkoffer des LBV erhalten Gewinnungsbetriebe,die im Rahmen des „Frankenbündnisses“ mitdem LBV als Partner im Naturschutz Hand in Handfür Mensch und Natur zusammenarbeiten. Der Umweltkofferist ideal dafür geeignet, im Rahmen derÖffentlichkeitsarbeit die Besucher für den Wert derLebensräume in Steinbrüchen, Sand- und Kiesgrubenzu sensibilisieren.

Die Autorin

Sabine Schmidt
Dipl.-Biologin

Geboren am 07.05.1984 in Mainz; Studium der Biologie mit Abschluss an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg 2009; 2009 Eintritt in den LBV.